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Shopify und JTL-Wawi anbinden: einfacher Guide

Shopify bleibt die Storefront, die JTL-Wawi führt Artikel, Preise und Bestand. Was synchron läuft, was du vorher festlegst und wo der Abgleich bricht.

StoreSchmide-Fuchs zwischen Shopify-Logo und JTL-Kachel, daneben Paket und Pfeil
Markus
Von Markus
Geschäftsführer, StoreSchmide
Veröffentlicht am · 4 Min. LesezeitShopify & JTL
Inhaltsverzeichnis

Shopify verkauft. Die JTL-Wawi weiß, was auf Lager liegt, was es kostet und welche Bestellung als Nächstes rausgeht. Sobald beides parallel gepflegt wird, driftet der Bestand auseinander: der Shop verkauft einen Artikel, den das Lager schon weggegeben hat, oder ein Preis im Shop hängt einer Aktion hinterher.

Der Connector Shopify schließt diese Lücke. Er macht Shopify nicht zur Warenwirtschaft. Er hält die Storefront an dem System, in dem ihr ohnehin arbeitet.

Welches System die Daten führt

Bevor irgendetwas synchronisiert, braucht jedes Feld einen Besitzer. In der Praxis hat sich eine klare Teilung bewährt: die JTL-Wawi führt Stammdaten, Preise und Bestand. Shopify führt das, was der Kunde sieht und womit er kauft.

Konkret heißt das:

  • Artikelnummer, Bezeichnung, Varianten und der Verkaufspreis kommen aus der Wawi.
  • Der verfügbare Bestand kommt aus der Wawi, inklusive dem, was schon in offenen Aufträgen reserviert ist.
  • Bestellungen, die in Shopify entstehen, laufen als Auftrag zurück in die Wawi.
  • Versand und Tracking laufen aus der Wawi zurück in den Shop, damit der Kunde den Status dort sieht.

Was ihr nicht festlegt, entscheidet der erste Import still mit. Ein Preis, der in Shopify manuell gepflegt und danach von der Wawi überschrieben wird, ist am nächsten Morgen weg. Legt die Richtung einmal fest und bleibt dabei.

Was der Connector bewegt

Im laufenden Betrieb sind es wenige Ströme, und die müssen sitzen:

  • Artikel und Varianten. Die SKU ist der Schlüssel. Heißt ein Artikel in Shopify anders als in der Wawi, legt der Abgleich ihn neu an oder findet ihn nicht.
  • Preise. Brutto oder netto, Aktionspreis und Streichpreis brauchen dieselbe Logik in beiden Systemen. Ein Steuerkonflikt zeigt sich nicht im Connector, sondern an der Kasse.
  • Bestand. Verkauft ein zweiter Kanal denselben Artikel, muss die Wawi der einzige Zähler sein. Sonst überverkauft der Shop, der zuletzt synchronisiert hat.
  • Bestellungen. Ein bezahlter Shopify-Auftrag wird zum JTL-Auftrag, mit Positionen, Versandart und der Information, ob schon gezahlt ist.
  • Versandstatus. Tracking und „versendet“ gehen zurück, sonst fragt der Kunde im Shop nach einem Paket, das das Lager längst rausgeschickt hat.

Mehrsprachige Shops und ein zweiter Shopify-Store hängen an derselben Wawi. Die Artikeldaten pflegt ihr einmal, die Storefronts bekommen sie jeweils in ihrer Sprache und mit ihrem Preis.

Was in Shopify bleibt

Der Connector ersetzt weder Theme noch Checkout. Navigation, Startseite, Apps, Rabattcodes und der Checkout bleiben Shopify. Dort entscheidet sich, ob der Shop verkauft. Die Wawi entscheidet, ob das Verkaufen zur Wahrheit im Lager passt.

Zahlt der Kunde über Shopify Payments oder einen dort angebundenen Anbieter, bleibt die Zahlung im Shop. In der Wawi muss ankommen, dass der Auftrag bezahlt ist, nicht ein zweites Mal kassiert werden. Das ist eine der Stellen, an denen eine unklare Zuordnung doppelte oder fehlende Zahlstatus erzeugt.

Wo es in der Praxis hakt

Die meisten Störungen sind keine Connector-Fehler, sondern ungeklärte Daten:

  • SKU stimmt nicht überein. Leerzeichen, alte Artikelnummern, Varianten ohne eigene Nummer. Der Abgleich findet den Artikel nicht und legt einen zweiten an.
  • Bestand ist nicht der verfügbare Bestand. Zählt ihr den physischen Bestand statt dessen, was nach offenen Aufträgen noch frei ist, verkauft der Shop Ware, die schon versprochen ist.
  • Preise laufen in zwei Richtungen. Eine Aktion im Shopify-Admin und eine Preisliste in der Wawi überschreiben sich gegenseitig.
  • Mehrere Kanäle, ein Lager. Amazon, eBay und Shopify ziehen vom selben Bestand. Nur die Wawi sieht alle Aufträge. Der Shop allein kann das nicht.
  • Steuer und Brutto oder Netto. B2B-Netto in der Wawi und B2C-Brutto im Shop brauchen eine bewusste Regel, sonst stimmt der Preis an der Kasse nicht mit dem überein, den die Wawi erwartet.

So startet die Anbindung

Die Reihenfolge ist langweiliger als das Tool, und genau deshalb trägt sie.

  1. Artikel in der Wawi aufräumen: eine SKU pro Variante, Preise und Steuer sitzen, Bestand ist der verfügbare.
  2. Richtung festlegen: Wawi schreibt Artikel, Preise und Bestand. Shopify schreibt Bestellungen.
  3. Erst einen kleinen Sortimentsausschnitt synchronisieren, nicht das ganze Lager auf einmal.
  4. Einen echten Testauftrag bis zum Versand durchspielen: Bestand runter, Auftrag in der Wawi, Tracking zurück im Shop, Bestand danach wieder plausibel.
  5. Erst wenn der Testauftrag stimmt, den Rest des Sortiments und weitere Kanäle anschließen.

Wer vorher schon in Shopify verkauft, übernimmt die bestehenden Artikel über die SKU, statt sie neu anzulegen. Sonst stehen dieselben Produkte zweimal im Shop.

Fazit

Shopify an die JTL-Wawi anzubinden lohnt sich, sobald Bestand und Preise an mehr als einer Stelle gepflegt werden. Der Connector hält die Storefront ehrlich. Theme, Checkout und Apps bleiben, wo der Kunde sie sieht. Die Arbeit davor ist die Festlegung, welches System welches Feld besitzt, und ein Testauftrag, der die Kette einmal komplett durchläuft.

Wie wir Shopify-Shops aufsetzen und betreiben, steht in der Shopify-Betreuung. Die Anbindung selbst ist Teil der Schnittstellen und Prozesse, die Warenwirtschaft dahinter der JTL-Wawi-Betreuung.

Häufige Fragen

Kann ich Artikel weiter nur in Shopify pflegen?

Wenn die JTL-Wawi führt, nein. Neue Artikel, Preise und Bestand gehören in die Wawi, sonst überschreibt der nächste Abgleich die Pflege im Shop. Theme, Checkout und Apps bleiben in Shopify.

Was passiert, wenn derselbe Artikel auch auf einem Marktplatz liegt?

Die Wawi muss der einzige Bestandszähler sein. Jeder Auftrag, ob aus Shopify oder vom Marktplatz, reduziert denselben verfügbaren Bestand. Zwei getrennte Zähler überverkaufen.

Ersetzt der Connector das Shopify-Theme?

Nein. Er bewegt Artikel, Preise, Bestand, Bestellungen und Versandstatus. Aussehen, Checkout, Apps und Seiten bleiben im Shop.

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